La Gomera - Der Valle-Bote: Auf Gomera geliebt - in der Welt beachtet

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Hände weg vom Regenwald
Auf Gomera wurde soeben die letzte Rieseneidechse „Gallotia gomerana“ vor dem Aussterben gerettet. Sie wird jetzt in einer Aufzuchtstation in Valle Gran Rey nachgezüchtet. Das rettet zwar wahrscheinlich weder die Welt vor dem Untergang, noch die Menschheit vor ihrer aberwitzigen Dummheit. Aber immerhin... Und jetzt also auch noch die Vogelgrippehysterie. Vielleicht sind solch traurige Themen auf der Titelseite einer abgedrehten Strandpostille ja echt voll daneben. Aber wer sonst traut sich denn schon, den Finger mal dort hin zu legen, wo es weh tut? Und wer macht sich Gedanken über all das Kerosin, das unser aufblühender Tourismus da täglich in den Himmel pustet?
Der Valle Bote
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Täglich sterben 150 Tier- und Pflanzenarten als Folge unserer immer größer werdenden Kommerzialisierung und Profitgier aus. Hier werden neue Gebiete für den Tourismus erschlossen, dort wird Wald für die Möbelindustrie abgeholzt und da erlegen zahlungskräftige “Big-Game-Fischer” gefährdete Meerestiere aus purer Freude am Massenmord. Die Menschheit ist bescheuert. Wenn es nicht so traurig wäre, man könnte sich  darüber totlachen.


In den letzten Jahren verstärkte sich aufgrund eines aberwitzigen Wettbewerbs zwischen einzelnen Airlines der Trend, Urlaubsreisen zu immer niedrigeren Preisen in immer entferntere Länder anzubieten. Damit zerstört der Mensch nun auch die allerletzten Paradiese. Billige Bettenburgen werden hochgezogen, zweifelhafte Attraktionen für Besucher gebaut und die letzten unberührten Strände werden für Touristen erschlossen. Welch fatale Folgen dieser Trend für die Umwelt hat, kann man am Beispiel der Meeresschildkröten beobachten.


Um den Äquator herum erstrecken sich noch die kümmerlichen Reste tropischer Regenwälder. Es wird geschätzt, dass rund 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten der Erde hier leben. Allein im derzeit mehr und mehr austrocknenden Amazonas leben (noch) rund 2500 Fischarten - ganz Westeuropa kommt dagegen nur auf 60.


Laut Rezepten der Traditionellen Chinesischen Medizin hilft der Schädel von Affen bei Kopfschmerzen, Bärengalle bei Bluthochdruck, der Panzer von Schildkröten gegen Heiserkeit, Schlangenfett gegen Asthma und getrocknete Tigerpimmel gegen Impotenz. Dafür werden dann ganze Arten ausgerottet. Hauptsache die Kasse stimmt. Nach uns die Sintflut. Und die Krone der Schöpfung pinkelt weiterhin unverfroren in den Regenwald.


 



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